Samstag, Juli 04, 2009

Hochzeit - die Dritte...

Der Sommer ist die beliebteste Zeit zum Heiraten. Und dieses Jahr wird unsere Ferdino Freundin unter die Haube kommen. Die Dritte in Folge. Wegen Bambini kann ich nicht dabei sein. Leider-leider-leider... aber bei den beiden anderen (die Serie muss ja fortgesetzt werden!!!) hoffe ich, dass es wieder klappt.
Aus der Ferne wünsche ich Euch eine wunder-wunderschöne Feier. Ich weiß, ich verpasse wirklich etwas...

Montag, Juni 15, 2009

Beobachtungen

Mami sein bringt neue Erkenntnisse mit sich:

  1. Morgens drückt man den Reset-Knopf und kann sich nicht erinnern, wie die Nacht verlaufen ist. Und auch der Tag davor ist irgendwie nebulös.
  2. Bessere Babyklamotten sind zwar besser in der Qualität, aber sie werden auch nur maximal drei Monate getragen. 
  3. Regentage werden doppelt verflucht.
  4. Babyschwimmen macht Spaß und danach schläft ein Baby mindestens 3 Stunden.
  5. Es gibt in Kaufhäusern Umkleidekabinen, in die der Kinderwagen reinpasst. Blöd nur, dass der Kleine immer dann aufwacht und schreit, wenn ich gerade etwas anprobieren will. Renne ich dann - natürlich ohne etwas zu kaufen und unter Beobachtung von, durch das Geschrei genervten Kundinnen- schnell nach draußen, pennt er sofort wieder ein.
  6. Man hat ständig vollgesabberte oder vollgespuckte Schultern. 
  7. Wenn man fast ein Jahr lang keine Nacht mehr durchgeschlafen hat (Durchschlafen = mindestens 4 Stunden am Stück schlafen), dann sieht man das einem an!!
  8. Man freut sich über jedes Gramm, das der Nachwuchs zunimmt. Bei Mami ist es umgekehrt.
  9. Man hat keine gemeinsamen Themen mehr mit den Mädels. (Mädels = Erwachsene Freundinnen ohne Kinder)
  10. Der Einzelsitz in der U-Bahn, der für Kinderwagen plus Mami gedacht ist, ist grundsätzlich immer belegt. Fast immer von Frauen ohne Baby, die entweder total vertieft in einem Buch lesen, also gar nicht mitbekommen, dass da eine Mami sich hinsetzen möchte, oder von älteren Damen, die meinen sie hätten ein Recht dort zu sitzen, weil sie ältere Damen sind und bei jedem Quietschen des Babies böse in meine Richtung schauen, als ob ich vergessen hätte den "Aus"-Knopf zu drücken. In diesem Fall schicke ich den Damen in Gedanken gerne ein "blöde Kuh" hinterher.
  11. Es fällt einem ständig auf, wo man überall nicht barrierefrei hinkommt und wie schlecht manche Leute ihre Autos parken. (Immer noch 100 mal besser als in Griechenland - ich weiß!!)
  12. Man bekommt ständig ungefragt Ratschläge. Manchmal ist man froh darüber, weil sie wirklich weiterhelfen und manchmal bekommt man einen dicken Hals, weil es einfach nur nervt! Insbesondere wenn "du musst!" darin vorkommt.
  13. Babies haben mal einen Penn-Tag und mal einen Quengel-Tag. Leider weiß man das nicht im Voraus.
  14. Man kauft sich ständig Bücher und Zeitschriften, kommt aber nicht länger als 15 Minuten zum Lesen. 
  15. Jeden Tag etwas gesundes oder leckeres zu kochen ohne viele Wiederholungen ist nicht so einfach. Vor allem wenn es schnell gehen muss. Außerdem kann ich keine Kochsendung mehr sehen, weil ich mich da veräppelt fühle. Den Quatsch kann man teilweise nicht nach kochen. 
  16. Seit das Baby da ist,  habe ich keine TV-Sendung oder Film von Anfang bis zum Ende anschauen können. Im Fernsehen läuft eh meistens nur Schrott. Gut dass es eine große Auswahl an DVDs gibt. Man kann den Film jederzeit anhalten und später weiter schauen. 
  17. Nach 4 Monaten findet man Stilltee sehr lecker! (Zutaten Stilltee: Fenchel, Kümmel, Anis)
  18. Mutter sein, ist keine Gemeinsamkeit, auf der sich Freundschaften aufbauen lassen!
  19. Wenn noch EIN MAL jemand fremdes in den Kinderwagen greift, um meinem Baby über die Wange zu streichen, weil es ja so süß ist, laufe ich Amok!!!
  20. Ich muss noch viel lernen. Z.B. cool bleiben, wenn mal Opa oder Oma für ein oder zwei Stunden auf Junior aufpassen. Den Kleinen "allein" zu lassen, löst bei mir vorerst noch körperliche Schmerzen aus.

Dienstag, Mai 19, 2009

Eine Lebensgeschichte

In unseren Kindern leben auch unsere Vorfahren weiter. Ich finde es ist wichtig zu wissen, wo man herkommt und was die Familiengeschichte geprägt hat. Da ich nun einen Sohn habe, der ein "Schwaben-Pontios" ist, wird er viele Geschichten aus Griechenland und Deutschland zu hören bekommen. Hier ist ein Teil von der griechischen Seite...



Mein Großvater starb lange bevor ich auf die Welt kam, daher hatte ich leider keine Gelegenheit, ihn persönlich kennen zu lernen. Meine Mutter erzählte mir seine Geschichte, die mich sehr beeindruckt hat. Das Leben und die Umstände in denen er lebte machten es ihm nicht leicht, aber er kämpfte und gab die Hoffnung nie auf.

Bevor mein Großvater nach Griechenland kam, lebte er mit seiner Familie in einem Dorf in der Region Pontos (am Schwarzen Meer), hatte eine Frau und ein kleines Baby. Sie lebten von Landwirtschaft und hatten auch Schafe.
Zwischen 1912 und 1922 fand in der heutigen Türkei die Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung von Christen statt. Insbesondere nach 1919. Hunderttausende Menschen wurden ermordet. Auch das Dorf meines Großvaters wurde Opfer der sphagi (Massaker).

Das Militär überfiel das Dorf in einer Nacht und zwang die Menschen aus ihren Betten, trieb sie aus den Häusern und trennte die Männer von den Frauen und Kindern. Die Männer wurden in die Kirche gesperrt. Später kamen die Soldaten und nahmen die Männer nach und nach in kleinen Gruppen mit. Die Männer kamen nicht zurück. Mein Großvater versuchte alle zu überreden, gemeinsam eine Wand der Kirche einzudrücken und zu fliehen, aber sie hatten Angst, getötet zu werden. Mein Großvater ahnte, dass sie ohnehin getötet werden sollten und als er selbst in einer Gruppe abgeführt wurde, gelang es ihm, sich abzusetzen. Er lief entlang der Mauer, die um die Kirche gebaut war, hinter das Gebäude und rannte davon. Er versteckte sich in den Bergen und kam am Abend wieder in das Dorf zurück.
Er fand sie auf der Platia des Dorfes. Blutüberströmte Leichen. Seine Frau und sein Kind erkannte er an der Kleidung. Alle Einwohner bis auf ihn und seinen Bruder, der sich im Kamin der Kirche versteckt hatte, waren ermordet worden.

Wer kann erahnen, was in ihm vorging? Wie kann man weiter leben? Woher schöpft man Kraft, um neu anzufangen?

Mein Großvater und sein Bruder kamen nach Griechenland. Das Leben war alles, was sie hatten, denn auf dem langen Marsch konnten sie nichts mitnehmen. Zunächst kamen sie in Flüchtlingslagern in Thessaloniki unter und später zogen sie aufs Land, wo sie sich ein neues Leben aufbauen konnten.

Mein Großvater hatte wieder geheiratet und Kinder bekommen aber wieder meinte es das Schicksal nicht gut mit ihm. Meine Großmutter erkrankte an Lungenentzündung. Er versuchte alles um sie zu retten und brauchte sein ganzes Geld auf für Ärzte, die sie aber nicht retten konnten. Sie starb. So stand er kurz vor dem 2. Weltkrieg mit vier kleinen Kindern alleine da. Der Bürgerkrieg, der danach von 1946 bis 1949 in Griechenland herrschte, brachte noch mehr Leiden in die Region. Partisanen plünderten Vorräte aus dem Haus indem sie meinen Großvater mit Waffen bedrohten oder sie zwangen ihn, mit seinem Karren Verletzte in die Berge zu transportieren. Die Polizei beschuldigte ihn, den Partisanen zu helfen und der Hauptmann wollte ihn erschießen. Mein Großvater war mutig. Er sagte zu dem Hauptmann: „Mich hat keine türkische Kugel getroffen. Soll mich eine griechische treffen? Du würdest dich auch nicht weigern den Partisanen zu gehorchen, wenn dir eine Waffe vors Gesicht gehalten wird.“ So ließ ihn die Polizei in Ruhe.

Sie mussten das Dorf einige Male verlassen und in Nachbarorten Schutz suchen. Es gab immer wieder Kämpfe in der Nähe und es war zu gefährlich. Es gab auch kaum Lehrer. Da meinem Großvater wichtig war, dass seine Kinder Bildung erhalten, zog er für einige Zeit in die nächste große Stadt, wo es noch Lehrer gab. Dort wohnten sie in einer Wohnung mit mehreren Familien, die ebenfalls vor den Kämpfen geflohen waren.

Nach dem Krieg lebten sie wieder im Dorf von der Landwirtschaft. Außerdem baute mein Großvater Steinöfen, die die Leute damals vor dem Haus stehen hatten. Er versuchte sich auch mit einem kleinen Laden, wo er Weizen, Bohnen und ähnliches verkaufen wollte, aber er war kein Geschäftsmann. Er war zu gutmütig. Die Leute ließen nur anschreiben und bezahlten nie. So gab er das Geschäft schnell wieder auf. Am Ende blieb ihnen nur ein Heft, in dem die ganzen Schulden drin standen.

Mein Großvater wurde 78 Jahre alt. Er lebt weiter in 12 Enkeln, 25 Ur-Enkeln, ...

Der 19. Mai ist in Griechenland der Gedenktag des Genozids an den Pontos-Griechen. Einen Artikel in deutsch über das Thema, habe ich hier gefunden.

Sonntag, Mai 17, 2009

Frage zu Eurovision 2009

Der Gewinner aus Norwegen... strahlt ja auch ordentlich.
Was hat er genommen und wo gibt's das?

Samstag, Mai 16, 2009

Eurovision 2009

Heute Abend findet ja wieder der Eurovision Song Contest statt. Fast hätte ich das total verpennt. Vorgestern habe ich dann zufällig im TV das Semifinale gesehen, wo auch Griechenland mit Sakis Rouvas angetreten ist. Ich hatte nicht gewusst, dass er der Interpret sein würde und als ich den Namen hörte, war ich etwas skeptisch. Aber als ich die "Performance" dann gesehen habe, war ich schon beeindruckt. Es ist kein Wow-Lied, aber der Mann hat eine Ausstrahlung, die einen umhaut. Wie kann man nur so lächeln? Da die Sendung so spät kam, bin ich nach dem Auftritt schlafen gegangen, aber er hat sich dann auch qualifiziert, wie ich später mitbekam.

Mir war auch aufgefallen, dass in der Halle direkt vor der Bühne ein Haufen griechischer Fans saß, mit Fahnen und so. Die haben aber nach jedem Auftritt, für jedes Land gejubelt. Die waren wirklich zu beneiden. Einmal um die guten Plätze und dann um die gute Laune.

Ich drücke dann fest die Daumen für heute Abend - natürlich für Greece!



Weitere Infos auf der Eurovision Seite des NDR.