Gestern Abend war ich mit Kollegin N. im Japanischen Laufband-Restaurant FUJI (in der Renatastraße 12, Stadtteil Neuhausen). Sie hat da so 'ne Art Kundenkarte und bekommt Rabatt. D.h. All-you-can-eat für 16,11 Euro. (Dafür kostet eine 0,75 l Flasche Mineralwasser 5,80 Euro). Die Qualität war gut und es gab auf dem Laufband nicht nur Sushi, sondern auch kleine Schälchen mit warmen Gerichten, Suppe, fritierte Sushi, Salat, Eis, Pudding, Schnaps mit Eiswürfeln in frivolen Formen... na jedenfalls gibt es genug um sich satt/platt zu essen. Im Eingangsbereich haben sie ein Aquarium stehen, da waren neben den Fischen auch zwei kleine Miniwasserschildkröten drin. So'n Aquarium ist schon was feines. Das strahlt so 'ne Ruhe aus... uns geht's halt gut.
Fast den ganzen Tag über war ich beim Kunden gewesen und es war etwas anstrengend. Ich hatte es so erwartet, daher wollte ich morgens gemütlich im Starbucks frühstücken bevor ich da hingehe. Ich habe das auch gemacht, aber gemütlich war es dann doch nicht. Ist halt doch etwas langweilig alleine. Man muss dann mit der Zeitung ganz beschäftigt tun, damit keiner Mitleid mit einem bekommt. Allerdings sitzen dort morgens um halb 8 nur Leute alleine vor ihrem Kaffee. (Singles? Rentner? Consultats?) Dann hatte ich bis um 15 Uhr nix außer einem extra starken schwarzen Kaffee und einen Keks, den mir eine Kollegin gab, da ich total unterzuckert war und nichts dabei hatte.
Schon seltsam. Tagsüber nix essen und abends dann all-you-can-eat... Erst hungern dann übersatt sein. Diese beiden Extreme gefallen mir irgendwie nicht. Wobei ich mir durchaus im Klaren darüber bin, dass ich nicht weiß, nicht wissen kann, was Hunger wirklich ist.
Wenn man bedenkt, dass in Afrika alle 3 Sekunden ein Kind an den Folgen von extremer Armut stirbt! Da bekomme ich bei all-you-can-eat ein schlechtes Gewissen. Wir haben so einen Überfluss an allem. Und während ich diese Wörter hier tippe, sterben 3, 4, 5 Kinder. Da frage ich mich schon, was können wir dagegen tun? Zunächst mal, sich hier informieren! Und dann Deine Stimme gegen Armut abgeben. Das ist mal ein erster kleiner Schritt...